
#2 Wie du mit schwierigen Mitarbeitenden umgehst
Kennst du das Gefühl, wenn du als Führungskraft eine sachliche Rückmeldung gibst, aber dein Gegenüber fühlt sich dennoch persönlich angegriffen?
Besonders bei hochsensiblen Mitarbeitenden kann eine vermeintlich neutrale Kritik schnell zu Missverständnissen oder Konflikten führen.
Das Ergebnis? Gestresste Gespräche, Pfeile der Selbstzweifel und das Gefühl, ständig auf Eierschalen zu laufen.
Wenn du dieses Szenario kennst, dann ist dieser Blogpost genau für dich. Ich zeige dir, wie du durch einfache Perspektivenwechsel deine Kommunikation verbessern kannst – besonders bei sensiblen Mitarbeitenden.
Mit den Wahrnehmungspositionen aus dem NLP kannst du Konflikte leichter verstehen und wertschätzender lösen. So wird dein Feedback nicht nur konstruktiv, sondern auch nachhaltig wirksam.
Ich komme aus der Führungspraxis und arbeite seit Jahren mit Hochsensibilität im Arbeitskontext. Deshalb möchte ich dir konkrete Werkzeuge an die Hand geben, damit du auch in schwierigen Gesprächssituationen den Überblick behältst und echte Verbindung statt Missverständnisse schaffst.
Los geht’s!

Warum Perspektivenwechsel das Geheimnis erfolgreicher Führung ist
Viele Konflikte in der Führung entstehen, weil wir unsere Sichtweise zu einseitig betrachten. Sobald du dich nur in deiner eigenen Rolle als Führende siehst – das heißt, Fehler zu identifizieren und Qualität zu sichern –, läuft dein Feedback oft an den Bedürfnissen deiner Mitarbeitenden vorbei.
Das NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) bietet hier eine wertvolle Methode: die Wahrnehmungspositionen.
Sie helfen dir, die Situation aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, um Missverständnisse im Gespräch zu vermeiden.

Die erste Perspektive: Deine Sicht als Führungskraft
In deiner Rolle möchtest du das Beste für dein Team. Vielleicht willst du Fehler vermeiden oder die Zusammenarbeit verbessern. Dabei ist es essentiell, deine Absicht klar zu formulieren: Du willst unterstützen, weist genau, wo noch Verbesserungsbedarf ist, und möchtest den Mitarbeitenden fördern.
Beispiel: "Ich möchte, dass unsere Zusammenarbeit noch produktiver wird."
Doch manchmal reichen diese Absichten nicht aus, um Missverständnisse zu vermeiden, besonders bei hochsensiblen Mitarbeitenden.
Die zweite Perspektive: Die Sicht des Mitarbeitenden
Hier liegt die Herausforderung – du musst versuchen, die Welt durch die Augen deines Mitarbeitenden zu sehen. Für sie klingen deine Worte vielleicht anders:
"Ich möchte dich unterstützen" kann für sie bedeuten: "Ich bin nicht gut genug."
"Ich gebe dir Feedback, um dir bei deiner Entwicklung zu helfen" klingt für empfindliche Personen oft wie Kritik an ihrer Person.
Diese inneren Erfahrungswelten entscheiden maßgeblich, wie Feedback ankommt. Menschen bringen ihre eigenen Überzeugungen, Ängste und emotionale Filter mit in jedes Gespräch.
Die dritte Perspektive: Die neutrale Beobachterposition
Stell dir vor, du trittst einen Schritt zurück. Betrachte die Situation von außen, als neutraler Beobachter. Was würdest du sehen?
Ein Führungskraft, die eine Verbesserung ansprechen möchte.
Einen Mitarbeitenden, der Angst vor Ablehnung und Kritik hat.
Beide Seiten meinen es nicht böse – aber Missverständnisse entstehen dennoch.
Diese neutrale Sichtweise hilft dir, den Konflikt zu entschärfen, weil sie den Fokus auf die Dynamik legt – und nicht auf Schuldzuweisungen.
Drei Fragen, die du vor jedem schwierigen Gespräch stellen solltest
Der Perspektivenwechsel ist eine einfache, aber wirkungsvolle Technik, um Konflikte zu deeskalieren. Bevor du ein heikles Gespräch führst, frage dich:
Was ist meine eigentliche Absicht?
Wie könnte mein Gegenüber meine Worte möglicherweise verstehen?
Was würde ein neutraler Beobachter in dieser Situation sagen?
Wenn du diese Fragen regelmäßig nutzt, wirst du feststellen, dass deine Gespräche ruhiger, klarer und wertschätzender verlaufen. Warum das alles so wichtig ist: Gute Führung bedeutet nicht nur, die richtigen Worte zu wählen. Es heißt auch, die Welt durch die Augen des anderen zu sehen.
Gerade bei hochsensiblen Mitarbeitenden – die oft eine feinere Wahrnehmung haben – ist das von entscheidender Bedeutung. Denn häufig liegt das Problem nicht in deiner Botschaft, sondern in der Interpretation. Wenn du lernst, dein Gespräch aus der Perspektive deines Mitarbeitenden zu betrachten, kannst du Missverständnisse vermeiden, den Konflikt entschärfen und das Vertrauen stärken.
Praktischer Tipp: Perspektivenwechsel im Alltag integrieren
Hier sind zwei einfache Übungen, um deine Empathiefähigkeit im Führungsalltag zu stärken:
Tagebuch der Perspektiven:
Notiere dir nach jedem wichtigen Gespräch, wie du die Sichtweise des Mitarbeitenden eingeschätzt hast. Was hat sie oder ihn aus deiner Sicht bewegt? Welche Fragen könnten sie oder er gehabt haben?Rollenspiele:
Übe mit einem Kollegen, aus beiden Perspektiven zu sprechen: einmal aus deiner Rolle und einmal aus der Sicht des Mitarbeitenden. Das schult das Einfühlungsvermögen und bereitet dich auf echte Gespräche vor.
Fazit: Der Perspektivenwechsel als Schlüssel zu erfolgreicher Führung
Wenn du immer wieder beobachtest, dass Feedbackgespräche eskalieren oder Missverständnisse entstehen, dann liegt die Lösung oft darin, die eigenen Wahrnehmungen zu hinterfragen.
Begrüße die Welt für eine Minute durch die Augen deines Mitarbeitenden – das bringt Ruhe, Klarheit und echtes Verständnis. Gute Führung bedeutet, auch in konfliktreichen Situationen den Blick zu erweitern und sich in den anderen hineinzuversetzen. So schaffst du stabile Beziehungen, förderst die Entwicklung deiner Mitarbeitenden und förderst eine wertschätzende Unternehmenskultur.
Denk daran: Ein Perspektivenwechsel ist keine Zauberformel, aber ein mächtiges Werkzeug, um aus Missverständnissen Lernchancen zu machen.
Bis zum nächsten Mal! Ich wünsche dir viele wertvolle Perspektivenwechsel und erfolgreiche Gespräche. Und vergiss nicht: ein gesundes Nervensystem ist der Grundstein für souveräne Führung – für dich selbst und dein Team.
Aus diesem Grund: Führ dein Business oder es führt dich.
Deine Fiona

Quelle:
Das komplette Modell des Meta Mirror gemäss Robert Dilts, 1988 findest du unter: https://www.nlpu.com/Articles/artic21.htm
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